Andere Schlagflügelkonstruktionen
Bei der Konstruktion von Ornithoptermodellen gibt es neben der intensiven Beschäftigung mit der Schlagflügeltheorie insbesondere zwei Aufgabenschwerpunkte, die Entwicklung der Antriebstechnik und die Entwicklung der Schlagflügel. Im Allgemeinen gilt das große Interesse der Antriebstechnik. Das Hauptproblem bei der Entwicklung derartiger Fluggeräte sind aber die Schlagflügel. Auf diesem Konstruktionsgebiet klaffen Wunsch und Wirklichkeit noch sehr weit auseinander.
Nachstehend wird der Versuch unternommen, einen groben Überblick über die technischen Merkmale bekannter Schlagflügelkonstruktionen zu geben. Diese Sammlung erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Inhalt:
- Der Vogelflügel, das Ideal
- Membranschlagflügel
- 2.1 Das Segel als Vorlage
- 2.2 Einfache Membranschlagflügel
- 2.3 Einfacher Membranschlagflügel mit Segellatten
- 2.4 Aktive Verwindung durch Holmdrehung
- 2.5 Aeroelastische Verwindung durch Holmtorsion
- 2.6 Nurflügel-Ornithopter
- 2.7 Tandemanordnung
- 2.8 Triebflügel
- 2.9 Schuberzeugung mit oszillierendem Flügel
- 2.10 Rotationsflügel
- 2.11 Mit nicht-verwindbarem Armflügelabschnitt
- Profilschlagflügel
- Weblinks zu anderen Schlagflügelkonstruktionen
1. Der Vogelflügel, das Ideal
Das große Vorbild für technische Schlagflügel ist natürlich der lebendige Vogelflügel. Seine hohe Effektivität durch seine vielfältigen Möglichkeiten sich gezielt zu bewegen und die Form zu ändern sind im Flugmodellbau sicher noch lange unerreichbar. Das gilt auch für seine Gewichtsverteilung und seine Sensorik.
In dieser Zeichnung von
K. Herzog ist die anatomische
Unterteilung des Vogelflügels in einen Arm- und einen
Handabschnitt dargestellt. Sie ist auch bei der Beschreibung
technischer Schlagflügel vorteilhaft anzuwenden.
Die Längenanteile dieser Flügelabschnitte sind je
nach Vogelart recht unterschiedlich (Siehe
Weblink 1). Die biologische
Technik des Vogelflügels ist generell sehr interessant
(Siehe Weblink 2).
2. Membranschlagflügel
Anwendungsgebiet
Membranschlagflügel wechseln insbesondere im Handflügelbereich je nach Schlagrichtung die Profilwölbungsrichtung. Dadurch können sie viel Schub erzeugen und großartige Steigflüge erzielen (Fliegen mit dem Schub). Für den Gleitflug and das Fliegen mit dem Auftrieb sind sie jedoch bisher weniger geeignet.
2.1 Das Segel als Vorlage
Ein Segel hat - wenn auch unter anderen Bedingungen - etwa die gleiche Aufgabe wie ein Schlagflügel. Es soll bei wechselnden Anströmungsrichtungen möglichst viel Schub erzeugen.
Durch Materialauswahl, Zuschnitt, Stückelung, Trimmen des Segels und Einstellen des Riggs kann man die Segeleigenschaften in weiten Grenzen variieren. Latten geben dem Segel mehr Stabilität und ein optimales Profil. Über die Herstellung des Segels und seine praktische Anwendung findet man viele Beschreibungen mit ausgefeilten Hinweisen.
Es wurden zwar schon eine ganze Menge Membran-Schlagflügelsysteme entwickelt, es gibt aber kaum detaillierte Informationen darüber (Ausnahme siehe Weblink 3).
2.2 Einfache Membranschlagflügel
Die Triebschwinge
von
Alexander Lippisch (ca. 1937) war offensichtlich
für die Schuberzeugung optimiert. Dazu wurde die Flügeltiefe im
äußeren Flügelbereich sehr groß gestaltet. Zur gleichzeitigen
Auftriebserzeugung war diese Triebschwinge aber nicht gedacht. Sie ist lediglich
ein Propeller mit wechselnder Drehrichtung.
Tim
war das erste in Serie gefertigte,
Gummimotor-betriebene Schlagflügelmodell mit einfachen
Membranschlagflügeln, erfunden von Albertini Prosper und
de Ruymbecke Gérard (Frankreich 1969).
Die Membranbedruckung des Tim auf nebenstehendem Bild wurde
von K. Herzog
entworfen.
Unter der Bezeichnung Tim Bird
ist der Vogel
auch heute noch im Handel erhältlich.
2.3 Einfacher Membranschlagflügel
mit Segellatten
Hier ein berühmter Membranschlagflügel, ausgestattet
mit kleinen Segellatten
zur Stabilisierung der Membrane, entwickelt
von A. Pénaud (Frankreich 1872).
(Mehr Informationen - in Englisch - siehe
Weblink 4)
2.4 Aktive Verwindung durch Holmdrehung
Membranschlagflügel von Erich v. Holst (1943) mit vom Antrieb gesteuerter Flügelverwindung im Armflügelbereich durch Holmdrehung. Dazu ist nur die Rippe am Ende des Armflügels (Nr. 9) fest mit dem Holm verbunden. Dieser ist an einen Kurbelantrieb angeschlossen, der sowohl die Schlag- als auch die Drehbewegung des Holmes bewirkt.
Die Verwindung im Handflügelbereich erfolgt weitgehend passiv. Außerdem ist hier ein Übergang von Quer- auf Längslattung zu sehen. Er ermöglicht, trotz wechselnder Profilwölbungsrichtung während einer Schlagperiode, einen relativ gezielten Anstieg der Verwindung zur Flügelspitze hin.
Auch die Vogelmodelle von K. Herzog (1963) arbeiteten nach diesem Schema.
2.5 Aeroelastische Verwindung
durch Holmtorsion
Das Schlagflügelmodell des Tschechen Cenek Chalupsky (1934) flog auch ohne Leitwerk stabil. Die damit erzielte Steigleistung gilt heute noch als sehr beachtlich.
- Gewicht
- Spannweite
- Holm
- Bespannung
- Steighöhe
- 3,1 kg
- 2 m
- natürliches Rohrmaterial
- Leinen
- 15-20 m
Jeder Schlagflügel dieses Ornithopters hat zwei Holme. Der gerade, biegesteife Holm (H1) überträgt die Kräfte der Schlagbewegung. Der gebogene, torsionselastische Holm (H2) bestimmt die Größe der Flügelverwindung.
Beide Holme kreuzen sich etwa in der Mitte der Halbspannweite. An der Kreuzungstelle sind sie beweglich miteinander verbunden. Damit sich der torsionselastische Holm H2 an der Flügelspitze nicht zu sehr nach hinten biegt, ist zwischen den Holmenden offensichtlich eine Schnur oder ein Gummifaden gespannt.
Beim Abschlag des Flügels werden die Auftriebskräfte größer. Der Holm H2 und der Flügel verwinden sich. Die Größe der Verwindung richtet sich nach der Größe der Auftriebskraft und der Holmsteifigkeit. Sie erfolgt also aeroelastisch.
Zusätzlich zur Verwindung biegt sich beim Abschlag die Spitze vom Holm H2 nach oben. Als Reaktion darauf biegt er sich auf der anderen Seite der Holmkreuzung - also im Armflügelbereich - nach unten durch. Dadurch wird dort die Profilwölbung ein wenig größer. Auf diese Weise erfolgt eine Anpassung an die Anforderungen einer wirkungsvollen Schlagbewegung.
Siehe auch Literaturhinweise/
Piskorsch
Adolf: Pressluft-Schwingenflugmodell Chalupsky
und
das Video vom Weblink 5.
2.6 Nurflügel-Ornithopter
Ornithopter ohne Leitwerk, entwickelt von Jean-Louis Solignac (Frankreich 2000).
Das Schlagflügelmodell hat eine sehr einfache und leichte Antriebsmechanik und wird von einem Gummimotor angetrieben. Bei einer Spannweite von 15 cm hat es nur ein Gewicht von 0,6 Gramm. Die mit dem Modell erzielten Flugleistungen sind erstaunlich gut. (Zur Bauweise des Schlagflügelmodells siehe auch Weblink 6)
Das Besondere an diesen Schlagflügeln ist das durch Segellatten geformte, nach unten gewölbte Flügelprofil. Dadurch fliegt das Modell auch ohne Leitwerk in einer stabilen Fluglage. Das lässt sich theoretisch mit der Druckpunktwanderung bei dünnen Profilen erklären und durch nebenstehenden Versuch mit einem Papierflieger testen. Der Querschnitt dieses Papierfliegers entspricht einem nach unten gewölbten Profil.
2.7 Tandemanordnung
Ornithopter mit einem einer Libelle nachempfundenen Schlagflügelpaar, entwickelt von Erich von Holst (1943).
Zur Vereinfachung der Mechanik sind die direkt gegenüberliegenden Flügelhälften jeweils zu einer starren Einheit verbunden. Auf diese Weise wird der Modelldruckpunkt zwischen den beiden Flügeleinheiten fixiert.
Durch eine derartige Tandemanordnung von gegenläufig schlagenden Flügeln soll insbesondere die senkrechte Rumpfpendelbewegung vermieden werden. Das hat aber den Nachteil, dass sich der hintere Schlagflügel in der verwirbelten Nachlaufströmung des vorderen befindet. Nur bei sehr kleinen Flügeln bzw. bei sehr kleinen Rezahlen ist dies eventuell von Vorteil.
Flugmodell von Horst Händler (1988)
2.8 Triebflügel
Durch Technisierung des Flugprinzips einer Libelle hat Erich von Holst (1940) sein Triebflügelmodell mit zwei gegenläufig rotierenden Dreiblattflügeln entwickelt (siehe Video vom fliegenden Triebflügelmodell Weblink 7). Der Schlagwinkel einer Schlagrichtung beträgt dabei 180° bzw. der einer ganzen Schlagperiode 360°.
Drei statt zwei Flügelblätter je Rotor ermöglichen eine konstante, tragende Kraft (siehe auch Bauform des ENTOID von Velko T. Velkov (2007) Weblink 8).
Anders als bei einem Propeller, entsteht am Triebflügel auch eine Auftriebskraft senkrecht zur Schubkraft. Dazu muss man nur den Triebflügel-Fortschrittsgrad (v/u) groß machen - etwa so wie bei einem Schlagflügel - und mit einem postiven Anstellwinkel der Triebflügelachse fliegen.
Dies ist ein schönes Beispiel
für die innovative Umsetzung des biologischen
Schlagflügelprinzips in die Technik. Das Fachgebiet
Bionik
gab es damals aber noch nicht.
2.9 Schuberzeugung mit oszillierendem Flügel
Schub entsteht auch durch Auf- und Abbewegung eines starren Flügels im Flug. Dazu muss aber der Auftrieb bzw. die Querkraft bei der Aufwärtsbewegung kleiner sein als bei der Abwärtsbewegung. Je größer der Unterschied, um so besser für den Schub (siehe Flugprinzip/Vektordiagramm). Außerdem ist im Regelfalle eine ständige Anpassung des Einstellwinkels erforderlich.
Hier eine verblüffend einfache Erzeugung einer entsprechenden Flügelbewegung. Sie erfolgt mittels einer exzentrisch gelagerten, rotierende Masse, bestehend aus der Antriebsfeder und dem Getriebe. Der Flügel ist in diesem Falle aeroelastisch verwindbar. Die Idee dazu stammt von W. B. Mituritscha (vermutlich aus Russland, 1953).
Leider erfolgt auf diese Weise auch eine Vor- und Rückbewegung des Flügels. Diese lässt sich jedoch durch eine zweite, gegenläufig rotierende Masse vermeiden.
Es gibt diverse Vorschläge, eine oszillierende Flügelbewegung von einem Piloten zu erzeugen, der in einem Hängegleiter oder einem anderen ultraleichten Fluggerät fliegt - z. B. durch schnelle Liegestützen oder Kniebeugen.
Neuere Experimente mit oszillierenden Flügeln siehe Weblink 9
2.10 Rotationsflügel
Um die Beschleunigungskräfte in den Schlagendlagen zu vermeiden
hat man auch Schlagflügel
gebaut, die auf einem
Kegelmantel rotieren, dessen Kegelspitze an der Flügelwurzel
liegt.
Flugmodell von Horst Händler (1989).
Beim Modell von Horst Händler sind die beiden Enden der Antriebswelle abgewinkelt. Die Flügel sind frei drehbar darauf gesteckt. Die Einstellwinkel werden durch die an den Flügeln nach oben ragenden Hebel geführt.
2.11 Mit nicht verwindbarem Armflügelabschnitt
Membranschlagflügel mit mechanisch nicht verwindbarem Armflügelbereich und passiver Verwindung des Handflügels. Aus aerodynamischer Sicht erfolgt aber im Bereich des Armflügels, durch die hinten anschließende Handflügelmembrane, dennoch eine Art Verwindung.
Der Armflügel ist dreieckförmig und hat an der
Flügelwurzel eine große Flügeltiefe.
Arm- und Handflügelmembrane überlappen sich
in Spannweitenrichtung. Der Handflügelholm konnte
offensichtlich im Handgelenk eine kleine Schlagbewegung
ausführen. Die Handflügeltiefe wurde
später vergrößert
(siehe auch Konstruktion der
Triebschwinge
von Alexander Lippisch).
Entwickelt wurde diese
sinnreiche Schlagflügelkonstruktion der
Seagull
von Percival H. Spencer (USA 1958)
- siehe Weblink 10.
3. Profilschlagflügel
Anwendungsgebiet
Profilierte bzw. beidseitig bespannte Schlagflügel können mit sehr hoher Effizienz arbeiten. Mit ihrer meist relativ niedrigen Schlagfrequenz und dem kleine Auftriebbeiwert-Arbeitsbereich eines einfachen Profils lässt sich aber nicht viel Schub erzeugen. Zumindest dann nicht, wenn gleichzeitig der volle Auftrieb erzeugt werden muss (Fliegen mit dem Auftrieb). Profilschlagflügel eignen sich daher insbesondere für den Horizontalflug, den flachen Steigflug und natürlich auch für den Wechsel zum Gleitflug.
3.1 Mit künstlichen Federn
Um die Verwindung zu erleichtern, kann man die geschlossene Tragfläche auffächern. So etwas kommt bisher insbesondere bei großen, manntragenden Schlagfluggeräten zur Anwendung.
Nebenstehend der Schlagflügel mit gestaffelter
Flügelspitze vom manntragenden Schwan 1
,
entwickelt von Walther Filter (1956, auf der Hannover Messe
1958). Der Anstellwinkelausschlag der als einzelne
Tragflächen ausgebildeten Federn
war
steuerbar.
Selbst für die Schwenk- und Spreizbewegung der Federn
gibt es alte Konstruktionsvorschläge. Beim
EV7b
wurde dagegen nur mit einfachen Federausführungen
experimentiert.
Ein weiteres Beispiel für künstliche Federn
ist der Ikarus
von Emiel Hartman (England 1959).
Neuere Experimente mit künstlichen Federn sieht man
- bei Segelflugmodellen mit aufgefächerten Flügelspitzen von Johannes Huser,
- beim
Vogelmann
Georges Fraise (Frankreich 2005) und - beim Ornithopter Projekt von Ryszard Szczepañski (Polen 2002).
(Siehe Weblinks 11, 12 und 13)
3.2 Mit schräger Handflügelachse
Eine besondere Variante eines Schlagflügels kommt von K. Herzog (1963). Bei diesem Flügel steht die Verdrehungs- bzw. Verwindungsachse nicht senkrecht zur Schlagachse.
Der Armflügel sollte im Schultergelenk neben der Schlag- auch eine Drehbewegung ausführen. Durch Gummifäden zwischen Arm- und Handflügel wurde letzerer ein wenig nach unten gezogen (aeroelastischer Flügel).
Dies ist auch ein früher Vorschlag für einen Gelenkschlagflügel mit einer zusätzlichen Schlagbewegung des Handflügels.
Der Profilknick bzw. die Trennlinie zwischen Arm- und Handflügel verläuft etwa an der gleichen Stelle wie beim oben erwähnten Membranflügel von P. H. Spencer.
3.3 Verwindung durch Kippen der Flügelnase
Das Besondere an dem Verstellpropeller
von John Drake
ist, dass zur Flügelverwindung nicht die Flügelendfahne
sondern die Flügelnase gedreht wird (England, Flugversuche
1978).
3.4 Mit stufiger Verwindung
Eine angenäherte Flügelverwindung erhält man auch durch Verdrehung einzelner, relativ verwindungssteifer Flügelabschnitte.
Auch das Modell EV4 (1979) war mit so einer Verdrehung einzelner Flügelabschnitte ausgestattet. Allerdings wurde in diesem Fall die Drehungen vom Flügelantrieb aktiv gesteuert.
Ein typischer Vertreter einer passiven, stufenweisen Verwindung ist der
Step-Twister
mit seinen Schaumstoffflügeln (Depron) von Karel
Pustka (2004). Der zwischen den Flügelabschnitten sich bildende Spalt
ist mit einer Membrane überspannt.
3.5 Verwindung durch
Hilfsholm-Schlagbewegung
Hier wird die Flügelverwindung durch eine phasenverschobene Haupt- und Hilfsholm-Schlagbewegung erzeugt - entwickelt von Emile Räuber (Frankreich 1909).
Diese Technik wurde auch beim EV2 (1976) angewandt. Nebenstehend sind die Flügel mit ihren zwei getrennt angetriebenen Holmen zu sehen.
Die Funktion ist ähnlich wie bei einem Libellenflügel. Auch bei ihm bestimmt die Phasenverschiebung der Schlagbewegungen von Haupt- und Hilfsholm die Größe der Flügelverwindung.
Außerdem arbeitet die Libelle offensichtlich mit einem weiteren, kräftigen Holm an der Flügelnase. Durch die phasenverschobene Schlagbewegung von drei Holmen lässt sich auch die Profilwölbung beeinflussen. Die Abstützungen bzw. Anlenkungen der drei Holme am Körper sind hier deutlich als dunkle, teilweise sich kreuzende Strukturen auf dem Rücken der Libelle erkennbar. (Siehe auch Weblink 14 und 15)
3.6 Servo-gesteuerte Flügelverwindung
Das ist ein flugfähiger und naturgetreuer Nachbau eines Flugsauriers
- eines Quetzalcoatlus Northropi (QN).
Die Aerodynamik dieses Ornithopters sollte dem Original vollständig gleichen.
Die Idee dazu stammte von dem kreativen Genie Dr. Paul MacCready (USA 1985).
Die Flügelverwindung wurde über Servos gesteuert und die Fluglage durch Vor- und Rückbewegungen der Flügelspitzen und durch Nickbewegungen des Kopfes stabilisiert.
(Details - auch zum Antriebsprinzip - siehe
Zeitungsartikel
über das Projekt von
Paul MacCready
und weitere Infos über Weblink 16.)
3.7 Scherverwindungsprinzip
Hier ein aeroelastisch verwindbarer Profilschlagflügel nach dem Scherverwindungsprinzip. Dieses System ermöglicht die Verwendung einer relativ unelastischen Bespannung. Bei nicht zu großer und konstanter Verwindung längs des Flügels ist die Profiltreue dabei sehr gut.
Die Verwindungselastizität wird hier hauptsächlich durch den als Flügelnase ausgebildeten Holm bestimmt. Erfunden wurde dieses System von Professor James D. DeLaurier und Jeremy M. Harris (Kanada 1994).
Auch der Ornithopter mit seiner Dreiteilung des Schlagflügels ist interessant. Jeremy M. Harris hat ihn 1977 zum Patent angemeldet.
Auf nebenstehendem Bild sind James D. DeLaurier und Jeremy M. Harris mit ihrem ferngesteuerten 3 Meter-Modell mit Verbrennungsmotor zu sehen. Ein längerer Flug wurde 1991 erzielt. Es gibt ein Video davon (Siehe Weblink 17).
3.8 Schalenflügel
mit aktiver Flügelverwindung durch vom Antrieb gesteuerte Holmdrehung, entwickelt von Albert Kempf (Frankreich 1998) (Siehe Weblink 18).
Die Flügeloberseite besteht offensichtlich aus einer gewölbten Hartschale, die auf der Unterseite mit Schaumstoff zu einer profilierten Tragfläche geformt wird.
Eine lange dünne Platte mit gewölbtem Querschnitt lässt
sich leicht und faltenfrei verwinden. Auch der oben erwähnte Scherverwindungsflügel
nutzt diese Eigenschaft. Diese Schlagflügelkategorie wird hier als
Schalenflügel
bezeichnet.
Der damit ausgestattete Truefly
ist nebenstehend zu
sehen - ein Ornithopter mit einem wunderschönen Flugbild. Es
war auch der erste Ornithopter, der mit Profilschlagflügeln
kräftige Steigflüge erzielte.
Im Aufsatz
Schlagflügelkonstruktionen
(Vers.2.3 PDF 1,8 MB) stehen weitere
Informationen über diese Schlagflügelkonstruktionen.
Die hier im Zusammenhang mit den EV-Modellen entwickelten Schlagflügel finden Sie im Abschnitt Gelenkschlagflügel.
4. Weblinks
zu anderen Schlagflügelkonstruktionen
- Der Handflügel-Index als flugbiologisches Maß:
http://www.fen-net.de/oag-mittelfranken/hilfkipp.htm - Bionik, Flügelprofile und Querschnitte des Vogelflügels von Johannes Huser:
http://www.geier-segelflug.de/bionik.htm - Construction of Membrane Wings von Nathan Chronister:
http://www.ornithopter.org/how.wing.shtml - Alphonse Pénaud, (1850 - 1880):
http://www.ctie.monash.edu.au/hargrave/penaud.html - Video über ein Schlagflügelmodell von Cenek Chalupsky:
http://ovirc.free.fr/Clips_video.php - Bauweise des Schlagflügelmodells von Jean-Louis Solignac:
http://ovirc1.free.fr/solignac-ornitho.htm - Video über Schlagflügelmodelle von Erich von Holst:
http://www.ornithopter.org/video.shtml - Triebflügelmodell ENTOID von Velko T. Velkov:
http://velkovelkov.blogspot.com/2009/09/entoid.html - Das Doppel-Schlagflügelflugzeug von Karl-Heinz Helling fliegt:
http://www.modellbau-thiele.de/schlagfluegel.htm
http://www.mfc-rossendorf.de/fileadmin/Projekte/SchlagfluegelProjekt/SchlagfluegelProjekt.htm - Bericht über Percival H. Spencer:
http://www.seabee.info/spencer.htm - Segelflugmodelle mit aufgefächerten Flügelspitzen von Johannes Huser:
http://www.geier-segelflug.de/flugmodelle.htm - Aufgefächerter Flügel vom
Vogelmann
Georges Fraise:
http://ovirc.free.fr/GFraise.php - Aufgefächerten Flügelspitzen beim Projekt von Ryszard Szczepañski:
http://www.ornithopter.com.pl/ - Nahaufnahme einer orangefarbenen Libelle:
http://www.grahamowengallery.com/photography/dragonfly_photography.html Gummi-Protein
macht Libellenflügel kunstflugtauglich:
http://www.mf.mpg.de/en/abteilungen/arzt/bio/pri78_99.htm- Nachbildung biologischer Membranen; Pterosaurier von Paul McCready:
http://pterosaur.stanford.edu/Proposals/ProjectDescription.pdf (0,4 MB)
http://ovirc.free.fr/McCready.php - Video vom Flug des Modells der Machbarkeitsstudie
für einen bemannten Ornithopterflug von James D. DeLaurier:
http://www.ornithopter.net/MediaGallery/Videos/index_e.html - Ornithoptermodell
Truefly
von Albert Kempf:
http://truefly.chez.com/
Weiter zu den Arbeiten von Erich von Holst und Karl Herzog










































