Das Handbuch
Inhalt:
1. Handbuch
Wie erzeugt ein Ornithopter - trotz wechselnder Schlagrichtung - Schub und Auftrieb? Im Handbuch wird die Antwort aufbauend auf bekannte Forschungsergebnisse gegeben. Neben den aerodynamischen Eigenschaften von Auf- und Abschlag kommt auch die Dynamik des Schlagflügels zur Sprache. Die Zusammenhänge werden mit Hilfe von Gleichungen und Diagrammen beschrieben. Damit lassen sich eigene Berechnungen durchführen und Schlagflügel mit ihrem Antrieb gezielt entwickeln. Das Ganze ist mit nützlichen Hinweisen aus der Ornithopter-Modellflugpraxis angereichert.
Die dargelegten, relativ einfachen Gleichungen für veränderliche Zirkulationsverteilungen gelten auch für herkömmliche Flugmodelle. Sie ermöglichen es die Auftriebsverteilung zu variieren und die jeweils dazugehörige Flügelverwindung zu ermitteln.
Das Ornithopterthema reicht auch in das Fachgebiet der Bionik. Es wird ja versucht, durch Verstehen biologischer Flügelgestaltungsprinzipien flugfähige Ornithopter zu entwickeln. Im Zusammenhang mit vorstehendem Wirbelbild aus dem Handbuch wurde auch ein Grund für den V-förmigen Formationsflug der Vögel gefunden. Sie nutzen nach vorne gerichtete Strömungsanteile des Wirbelsystems ihres jeweiligen Vorfliegers als Rückenwind (siehe Handbuch, Kapitel 3.4).
Sie können sich das
Handbuch (Version 5.1, PDF 3,6 MB)
und die dazugehörigen
Fotos (14 ganzseitige Fotos, PDF 4,2 MB)
herunter laden.
3. Schlagflügelberechnung
unter der Voraussetzung quasistationärer Bedingungen
Die Gleichungen aus dem Handbuch werden in den verschiedenen Orni- Rechenprogrammen angewendet. Dabei liegt folgendes Rechnungsschema zu Grunde.
Zunächst wird der Schlagflügel gedanklich in Streifen mit sehr kleiner Spannweite unterteilt. Dann berechnet man für jeden dieser Flügelabschnitte die aerodynamischen Kräfte unter stationären bzw. konstanten Anströmbedingungen. Deren Summe ergibt sich durch numerische Integration über die ganze Spannweite.
Auf diese Weise erhält man die Gesamtgröße von Auftrieb und Vortrieb des Schlagflügels zu einem bestimmten Zeitpunkt der Schlagperiode. Auch die dazugehörige Flügelverwindung, der Profil- und der induzierte Widerstand lassen sich im Zuge dieses Rechenschemas ermitteln.
Dieses Verfahren wird in gleichmäßigen Zeitabständen der Flügelschlagbewegung wiederholt. Dabei legt man jeweils die geänderten Einflussgrößen wie z.B. die Zirkulationsverteilung, die Anströmbedingungen und die Flügel-V-Stellung zu Grunde. Gleichzeitig werden stationäre Bedingungen vorausgesetzt. Es wird also angenommen, dass sich die Strömung innerhalb des Zeitschrittes der Berechnung nicht ändert. Auch instationäres Strömungsverhalten bleibt unberücksichtigt.
Auf diese Weise - also durch Aneinanderreihung unterschiedlicher, stationärer Zustände - ergibt sich der zeitliche Kraftverlauf unter quasistationären Bedingungen.
Die Kraft einer ganzen Schlagbewegung erhält man durch numerische Integration des Kraftverlaufes über die betrachtete Zeitspanne. Auf- und Abschlag des Flügels behandelt man dabei im Bedarfsfall getrennt. Zum Schluss führt die Zusammenfassung der Kräfte von Auf- und Abschlag zu den Gesamtkräften einer ganzen Schlagperiode.
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Schlagfrequenz und
das Gewicht der Vögel
von Heinrich Hertel
Laut Erich von Holst führt die quasistationäre Methode aber nur beim schnellen Vorwärtsflug mit relativ kleinen Schlagfrequenzen zu brauchbaren Ergebnissen (große Vögel). Andernfalls werden die Einflüsse durch instationäres Strömungsverhalten zu groß. Neuere Veröffentlichungen bestätigen diese Einschränkung, beispielsweise auch folgende Analyse von M. Neef.
4. Forschungsergebnis
Dr.-Ing. Matthias F. Neef hat in seiner Dissertation Analyse des
Schlagfluges durch numerische Strömungsberechnung
die
instationäre Strömung um einen bewegten Flügel untersucht.
Dabei gelangte er zu einem gleichartigen Wirbelsystem wie vorstehend
abgebildet. Sein Bild mit einen zeitlich sinusförmigen
Schlagbewegungsablauf ist aber genauer und detaillierter.
Die Dissertation enthält eine Übersicht zum Schlagflug und weitere hochinteressante Bilder (siehe Weblink 1).
5. Der Randwirbel des Schlagflügels
Die oben abgebildeten Isolinien der Zirkulation
eines
Schlagflügels kann man sich auch als einzelne Wirbelfäden
vorstellen.
Nebeneinander liegende Wirbelfäden mit gleicher Zirkulationsrichtung verdrillen sich in der Nachlaufströmung des Flügels in ihrem gemeinsamen Zentrum zu einem einzigen Wirbel.
Auf diese Weise bildet der größte Teil der Wirbelfäden einer Flügelseite gemeinsam den Flügelrandwirbel. Sein Ansatzpunkt an der Schlagflügelhinterkante bewegt sich während einer Schlagperiode hin und her - insbesondere während des Aufschlags. Das hinter dem Schlagflügel zurückbleibende Wirbelband zeigt daher in regelmäßigen Abständen seitliche Einschnürungen.
Auch bei Vögeln die mit dem Auftrieb fliegen wurde die seitliche Bewegung
des Wirbelansatzpunktes an der Flügelhinterkante schon festgestellt
(siehe
Weblink 3, Fig. 1).
6. Weblinks
zur Schlagflügelthorie
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Matthias Neef, Zusammenfassung seiner Dissertation (2002):
Kurzfassung seiner Dissertation:
http://www.biblio.tu-bs.de/ediss/data/20021021a/20021021a.html
http://www.tu-braunschweig.de/ism/forschung/ag-flzg/projekte-alt/schlagflug - Tatjana Hubel, Untersuchungen zur instationären Aerodynamik
an einem vogelähnlichen Flügelschlagmodell (2006):
http://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/800/ - Tyson L. Hedrick, Bret W. Tobalske and Andrew A. Biewener.
Estimates of circulation and gait change based on a three-dimensional kinematic analysis of flight in cockatiels (Nymphicus hollandicus) and ringed turtle-doves (Streptopelia risoria) (2002).
http://jeb.biologists.org/cgi/content/full/205/10/1389
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